K A L K F L Ä C H E N

 

 

 

 

 

Kalkflächen

Als Ausstellungsbeitrag zu Kalkkunst 2005 wurde auf einer Industriebrache im Kölner Stadtteil Kalk durch Harken eine dünne Schicht Erdreich gleichmäßig abgetragen. So entstand dort im Boden eine deutlich sichtbare, rechteckige Form. Das gewonnene Material wurde im benachbartem Innenraum des Ausstellungsgebäudes in der gleichen Größe auf dem dortigen Fußboden ausgestreut.
Gewissermaßen wurde eine Negativ- sowie eine Positivform gebildet. Die Negativform im Außenbereich wurde zusätzlich durch das Ausstreuen von Kalk zur markierten Kalkfläche.
Bereits die unterschiedlichen Feuchtigkeitsgrade von geharkter Erde lassen kurzzeitig dunkle Flächen im Boden entstehen, die schließlich unter Einwirkung trocknender Winde wieder die gleiche Farbe der ursprünglichen (nicht geharkten) Oberfläche annehmen. Ähnlich interessant waren die trocknungsbedingten Farbveränderungen der in den Innenraum verlegten Erdfläche. Die dortige Erde hatte nach zweiwöchiger Trocknung weder farblich noch von ihrer strukturellen Beschaffenheit her eine Ähnlichkeit mit dem Boden von dem sie doch entnommen worden war. Die äußere, im metaphorischen Sinne zum Ort mit Kalk bestreute Fläche, ist bis jetzt (mehrere Wochen nach der Aktion) immer noch sichtbar.

Das Umschichten von Erde hat in Köln Kalk gegenwärtig Konjunktur. Zahlreiche Brachflächen entstehen durch Abbruch älterer Industriegebäude. Andererseits verschwinden Freiflächen durch neue Bebauung. Es ist ein ständiges Umschichten von Erde, Flächen und Bodenpreisen.

 

Alle Bilder © 2004-2006 Wolfgang Stöcker
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SEITE ZULETZT BEARBEITET AM 15.02.2006